Interviews

THE BLECH im Gespräch

Hubl Greiner, Rupert Volz, Helmut Bieler-Wendt und Shirley Anne Hofmann sprechen mit Norbert Eierding und Peter Regelmann, 1990

PR: Mit wem reden wir jetzt? Dürfen alle was sagen, oder redet nur einer?

RV: Wir reden alle. Aber Hubl wird am meisten babbeln!

HG: Nein, stimmt nicht. Ich halt’s Maul!

RV: Nein, du sollst ja auch…
(unverständliches Durcheinander)

RV: Was ist das überhaupt für eine Frage?

PR: Das ist eine sehr wichtige Frage!

RV: Ich habe gesagt, die beiden (?) machen das Interview, aber wenn ich komme, will ich mitreden – d.h., ich muß nicht…

KD: Aber du darfst schon?

RV: Klar!

HG: Nein, wir machen das so – Shirley ist jetzt die Chefin. Jeder darf mal der Chef sein.

RV: Blödsinn!

PR: Liebt ihr euch?

RV: Nein!

SH: Doch!

RV: Wir gehen auch nicht in die Kirche. Wir zahlen keine Steuern, gehen zum Klauen…. klauen Zeug zum Fressen.

HG: Haaa, die Liebe wechselt immer, aber meistens liebe ich die Blechler… Rupi spricht dazwischen – also, laß mich doch mal ausreden…
(Gelächter)

RV singt: Die Liebe, die Liebe …!

PR: Was macht ihr eigentlich mit der ganzen Kohle, die ihr verdient?

RV: Die verfressen und versauffen wir – gnadenlos!

HBW: Und zwar einmal im Monat. (Alles lacht)

RV: Die Band hat einen Wahnsinnsruf, aber wie steht es mit eurem marktwirtschaftlichen Wert!

HBW: Am Anfang war alles so haarsträubend, normalerweise würde keiner dran denken, sowas wie Blech zu machen – für so wenig finanzielle Anerkennung zu arbeiten. Es ist zwar schön, wenn die Leute zu Tausenden von dir schwärmen und dir Briefe schreiben, aber wenn du nicht weißt, wie du am nächsten Ersten deine Miete zahlst, ist das schon komisch. In dem Moment, wo man aber anfängt, es zu machen, ist es auch wieder so gut, ist das Feedback so stark, daß Aufhören reiner Blödsinn wäre! Aber wir nutzen auch immer noch lange nicht alles aus, was möglich wäre!

HG: Weil das entsprechende Management fehlt! Weil die Leute im Hintergrund fehlen. Wir hatten ein Angebot von EMI, aber die sprechen nicht die Sprache, die uns weiter helfen könnte. Die wollen, dass wir Probe-Gigs für die Promoter machen, und wenn die nicht ziehen, ist die Sache gestorben. Darauf ist geschissen.

Mit Cassiber z.B. war das so, da hat Teldec den Vertrieb gehabt. Heiner Goebbels meinte, nee, macht das nicht, wir haben über Teldec nichts verkauft. Oder Frieder von den Dissidenten, die hatten einen Vertrag mit USI und haben Platten auf Empfehlung von David Byrne in Amerika herausgebracht. Aber Frieder meinte, da geb‘ ich keinen Penny drauf. Er hat immer so gearbeitet, daß er die eigene Infrastruktur soweit wie möglich ausgebaut hat, bis er irgendwann die Leute hatte, auf die er sich verlassen konnte.

Was wir brauchen, ist ein guter Manager, der gute Kontakte in unserer Szene hat. Es gibt im Moment zwei Leute, mit denen wir verhandeln. Einer in Frankfurt soll sich um die Promotion kümmern: alles was mit Presse, Radio, Fernsehen zu tun hat. Und die JARO Medien GmbH aus Bremen soll die Tourneen und Interviews checken und die Tonträger veröffentlichen.

Gut wäre auch ein zahlungskräftiger Sponsor. Wir haben soviele Ideen, die sich nur mit Kohle realisieren lassen: Big Band zum Beispiel.

RV: Oder wir laden eine Sängerin vom Bulgarischen Frauenchor ein oder andere spannende Gastmusiker und versuchen neue Verbindungen zu schaffen. Wir haben unsere Struktur im Griff, jetzt kann es drüber hinausgehen!

PR: Seid ihr käuflich?

HG: Irgendwann hatte McDonald’s bei mir angerufen, ob wir ein Werbebanner auf der Bühne während unseres Konzerts im Theater Mossowjet in Moskau aufhängen, sie würden uns 70.000 Mark dafür bezahlen (das Konzert wurde live im russischen Fernsehen übertragen). Thero und Rupi waren gerade bei mir. Ich sagte, ich hab kein Interesse! Nö, wir auch nicht, war die Antwort. Ich sagte ab, das wars. Es gibt halt schon Grenzen, bei dem Ganzen Business-Scheiß und der Umweltsünder McDonald’s (laut Greenpeace) gehört da sicher dazu.

RV: Ja, aber was heißt das: käuflich? Natürlich bin ich käuflich, aber hin und wieder denke ich: oh Kacke, ich werde immer unkäuflicher! Mir geht’s nicht nur um die Kohle, aber im Prinzip haben wir nur eine Chance, wenn wir alles kommerzialisieren, was es zu kommerzialisieren gibt. Warum auch nicht, wir wären ja blöd, wenn wir’s nicht täten. Das hat für mich aber nichts mit Kommerz im negativen Sinn zu tun, wenn wir eine Idee realisieren möchten und versuchen davon auch leben zu können.

PR: Ihr habt vor der Wahl für die PDS gespielt!

HG: Also, bevor das Konzert bei der PDS angefangen hat, hab‘ ich zum Publikum gesagt, wir spielen hier zwar für die PDS, aber wir als THE BLECH identifizieren uns nicht zwingend mit der Partei und ihrem Programm. Ich hab‘ gesagt, dass THE BLECH eine eigene Partei ist und wir unser eigenes Programm heute Abend vorstellen werden. Ich gehe im Dezember also nicht zur Wahl und wähle die PDS, beziehungsweise, ich behalte mir das vor. Ich hätte auch für die Nazis gespielt, na klar. Ich finde Auseinandersetzungen wichtig, in jeder Hinsicht. Ein Gig für die Nazis, wäre eine Konfrontation, aus der sicher heftige Auseinandersetzungen enstehen würden! Und Gespräche sind immer die Basis der Demokratie!

RV: Mit dem, was wir machen, sind wir eine Bewegung. D.h., wir entscheiden uns für uns, und die anderen entscheiden für sich! Und dann debattieren wir drüber!

PR: Seid ihr unabhängig vom Publikum?

HBW: Publikum und Musiker haben unterschiedliche Rollen. Das Schöne auf der Bühne ist, wenn im Publikum ein Funke überspringt und plötzlich ein Konnex da ist. Das ist schon verrückt! Du kannst nicht sagen, ich will, daß das Publikum das und das macht. Das Publikum ist jedesmal neu. Du kannst nur deine Sache machen, so gut wie möglich und hoffen, daß der Funke überspringt. Du kannst zwar auch alles durchplanen und ne einstudierte Show abliefern, aber das verliert an Lebendigkeit – das ist langweilig, da geht für mich die Überraschung flöten. Was THE BLECH auszeichnet, ist das Risiko, das in jedem Konzert und in der Musik selbst steckt. Im Risiko steckt die Chance auf echten Gewinn! Wir wollen keine Methoden anwenden, von denen man weiß, dass das Publikum positiv darauf reagiert, wir wollen uns und das Publikum überraschen – uns eine gewisse Magie und Frische bewahren.

RV: Aber was passiert, wenn du als Band nicht den Nerv triffst?

HG: Da muß ich meine Lieblingsgeschichte erzählen. Wir waren das erste Mal in Polen, waren total euphorisiert, wow… das war 1987 in einem Klub in Krakau. Der Klub war total ausverkauft und wir spielten unser erstes Stück. Als das Stück zu Ende war, hat nicht Einer geklatscht – niemand! Wir schauten uns an – ist das in Polen vielleicht so? Also spielten wir das zweite Stück – wieder klatscht keiner. O.K., meine Güte, wir haben gedacht, vielleicht liegt’s ja daran, daß kein Alkohol ausgeschenkt werden darf oder alle kollektiv deprimiert sind? Nach dem dritten Stück klatscht wieder keiner – das war der Hammer! Wir waren dann schon auch a bisserl irritiert. Unser damaliger Geiger Bagdad ging dann aber ans Mikro und sagte: „Polish people, now I play a short song, and this song is very short, it´s really fucking short, but it´s only for you – and it’s called – KAPUSTA“ – das heißt SAUERKRAUT auf deutsch – dann fiedelt er los – total schräg – und schreit am Ende wieder – „KAPUSTA“ – kurze Stille – die ersten fangen an zu grinsen! „And now polish people, I play another song, and this song is very short, it´s really fucking short, but it’s only for you and it’s called…??? Da riefen einige aus dem Publikum bereits – KAPUSTA? Er schreit „Yeahhhhhh…“ und geigt wieder los – und dann ging die Post ab – die Leute haben getobt, waren wie umgedreht – total verrückt. Von da an konnten wir spielen, was wir wollten, der Funke war übergesprungen. Die haben gemerkt, dass wir nicht irgendwelche Aliens sind – und es lag echt an uns, diesen Funken zu zünden. Mit einigen hatten wir dann bei irgendjemand zuhause die ganze Nacht durch Wodka gesoffen. Das war schon ein sehr lehrreiches Erlebnis, unglaublich!

PR: Warum habt ihr kurze Haare?

RV: Nächstes Thema! Bullshit!
(Gelächter)

RV: Überhaupt – wir haben eine neue Musikerin in der Band!

PR: Nämlich?

RV: Shirley Hofmann!

PR: Wie kam das, Shirley? Im Kulturladen hat es sich angehört, als wenn du schon länger dabei bist!

SH: Tja, wie kam ich in die Gruppe? Über Hubl. Der hat eine Platte aufgenommen mit dem alten Blech-Keyboarder Therofal und Uwe von Trotha (Checkpoint Charly) und da hab ich was drauf gespielt.

HG: Ich hab damals gedacht, Mann gibt’s das, so ne Mega-Musikerin?

RV: Shirley ist super! Sie groovt total!

HG: Was mich so beeindruckt hat: Sie kam an, hörte sich das Stück einmal an und meinte, sie sei bereit. Sie spielte fucking beeindruckend – genial, ganz locker und frei… und wie ich hörte, daß sie auch noch Keyboard spielt und singt …

SH: … und ein Auto hat … (Gelächter)

HG: … und gut aussieht, das Auto meine ich! Nee, Scherz. Sie hat nur einen Fehler: Immer wenn ich ein Solo spiele, läuft sie durch’s Bild (grinst)

SH: Oioioi! So sind sie, die Buben (lacht)

PR: Shirley, wie lange bist du jetzt dabei?

SH: Seit Juni etwa.

PR: Wie kommt es, daß es mit euch schon so gut klappt?

HG: Sie ist halt einfach gut! Sie spielt unser Zeug saugut und groovt auch noch verdammt!

RV: Sie hat ein wahnsinns musikalisches Gespür.

SH: Für mich ist das so eine Sache mit dem Üben. Ich finde das gar nicht so schwer. Ich verstehe nicht, warum die manchmal so beleidigt sind!

RV: Na, weil’s bei uns nicht so leicht geht!

PR: Wir haben vorher über das Haareschneiden gesprochen. Ihr habt dazu eine Maschine benutzt! Was haltet ihr von Maschinen? Ihr heißt THE BLECH, ihr spielt Instrumente, keine Maschinen!

SH: Doch, viele!

HG: Was ist eine Maschine? Ist das eine Maschine? Nein, das ist ein Schlüssel! Ist ein Hammer eine Maschine? Nein, das ist ein Werkzeug.

RV: Wir nehmen Maschinen und Werkzeuge zum Spielen!

HG: Also, ich find Maschinen gut, außer Maschinen-Gewehre!

PR: Was haltet ihr von Urlaub?

HBW: Also, ich hab‘ einmal Urlaub gemacht in meinem Leben. Da bin ich mit Freunden ins Tessin gefahren. Wir sind mit dem Auto gefahren und haben uns in die Sonne gelegt und am zweiten Tag hab ich mir überlegt, wie ich jetzt am besten wieder wegkomme. Soviel zum Thema Urlaub.

HG: Gibt’s für mich nicht! Weiß nicht… kenn‘ ich nicht!

RV: Urlaub gestehe ich mir dann zu, wenn ich ausruhen muß. Weil ich alles sehr konzentriert mache.

HBW: Aber dann bleibst du hier, gehst nicht in Urlaub, fährst nicht weg.

RV: Wenn ich mit der Band zusammen bin, muß ich mich irgendwann aufgrund von dem Mega-Stress dazu entschließen, jetzt brauch‘ ich zwei oder drei Tage Ruhe… dann fahr‘ ich heim!

SH: Genauso bei mir: Wenn ich heimfahre, ist auch Urlaub!

PR: Bei dir ist daheim natürlich ziemlich weit weg!

SH: Ja, da muß ich mir zwei, drei Wochen Zeit nehmen.

NE: Wenn ich heimführe, wüßt‘ ich gar nicht wohin.

PR: Wir danken euch für dieses Gespräch!

 

 

EIN INTERVIEW MIT THE BLECH

Sie nehmen das Leben, wie es ist: als ein wahnwitziges Simuttankonzert von Morden, Kulturschwindet, Erotik und Sauerkraut. Sie zerfetzen die Ethik und die Lüge der persönlichen Verantwortung; sie lösen das Leben in ein Gelächter auf. Dieses Leben heißt keineswegs Leben lassen. Dieses Leben heißt auch Gemeinheit, Notzucht und Besoffenheit – es ist der ewige Streit der Gegensätze. (..) Das Paradies zu wollen, ist ein Mißverständnis des Lebens überhaupt.-

Die da das Leben so nehmen, wie es angeblich ist, heißen The Blech; der da beschreibt, wie The Blech das Leben so nehmen, wie es angeblich ist, heißt Hubl Greiner und ist Schlagzeuger, Perkussionist und Produzent einer Band, die der Spiegel als „kompetente Spinner“ und der Stern als „grenzenlos“ bezeichnete. Der hohe Standard des Stoffes, mit dem The Blech ihre Abnehmer versorgen, ist dabei unumstritten.

BÜHNENLEBEN

lnterior.- Ein wesentliches Merkmal Eurer letzten LP besteht in der Mitgestaltung durch Gastmusiker. Jedoch sieht man Euch auf der Bühne fast ausschließlich in der Grundbesetzung – aus finanziellen Gründen?

Greiner: Mit den Gastmusikern treten wir normalerweise nicht auf. Wir laden sie ein, um neue Sounds, neue Möglichkeiten zu checken. Deshalb bin ich auch mit einem Tonband nach São Paulo geflogen und habe dort nach Musikern gesucht. Anfangs dachte ich, es würde einfach sein, aber es hat einen Monat gedauert, bis ich einen Musiker fand, der die gleiche musikalische Sprache sprach. Das war bei Zé Eduardo Nazário der Fall, wir hatten uns sofort super verstanden – das war ein Volltreffer und ein wirklich tolles Erlebnis mit ihm zu arbeiten. Ich mache einen Unterschied zwischen der Studioarbeit und den Auftritten. Im Studio kann ich tüffteln – live ist das anders…

lnterior: Beinhaltet dieser Unterschied auch abweichende lnterpretationsformen?

Greiner: Im Studio testen wir Sound-Möglichkeiten aus, die wir auf der Bühne nicht haben. Auf der Bühne ist dafür etwas anderes wichtig, da geht es um die Power, um Präsenz und Interaktion. Für mich hat beides seinen Reiz.

DEFINITIONEN

lnterior: Würdet Ihr Euch als avantgardistisch bezeichnen?

Greiner: … als Unterhaltungsmusiker.

lnterior: Was darf man von einer Band erwarten, die von der ‚Bravo‘ „bewußtseinserweiternd- genannt wird?

Greiner: Ich habe gar keine Lust das zu definieren, weil das ‚Bravo‘-Mist ist. Das haben die geschrieben, um was zu schreiben – damit kann ich auch nichts anfangen. „Bewußtseinserweiternd-, das ist Quatsch.

Was ich vielleicht sagen kann: ich erhoffe mir, daß wir die Phantasie anregen, einen Phantasieraum öffnen. Es ist schön, wenn Menschen auf unsere Musik reagieren und für sich dabei etwas herausziehen und vielleicht auch anfangen, selber kreativ zu werden.

POLITISCH

lnterior: Seht Ihr Euch als politische Band?

Greiner: Alle Art von Musik ist politisch.

lnterior: Implizit, sicher – und ausdrücklich?

Greiner: Es gibt keine konkrete politische Aussage, für mich ist trotzdem alles politisch, was wir machen. Wir stehen auf der Bühne und vermitteln Bilder die die Öffentlichkeit reflektiert. Das sind Prozesse, die wirklich stattfinden. Wir sind unterhaltend, aber wir fordern die Menschen auch – sie werden mit uns und unseren Idee konfrontiert.

lnterior: Der Begriff der Unterhaltung ist in diesem Zusammenhang etwas schwierig. Wir sprechen doch wohl nicht von der breiten Masse, sondern von einem ganz bestimmten Publikum…

Greiner: Auch ein „ganz bestimmtes Publikum“ liebt gute Unterhaltung.

RUHM UND EHRE

lnterior: Welche Rolle spielt der Erfolg?

Greiner: Erfolg gibt Befriedigung. Erfolg ist für mich alles, was Deine Person ausmacht. Ohne Erfolg kannst Du nie gute Arbeit machen.

Du machst natürlich dein eigenes Ding. Wir haben eine klare Vorstellung von dem, was wir machen wollen. Bestes Beispiel. Wir haben für die letzte Platte ein Angebot von Ariola gehabt.

lnterior: Warum habt Ihr abgelehnt?

Greiner: Ich traue den Leuten nicht. Die haben keine Erfahrung wie man mit unserer Art von Musik umgeht. Und ich traue uns nicht. Wir lieben unsere Unabhängikeit, sie ist unser kreativer Nährboden. Ich versuche lieber meine eigene Infrastruktur so gut wie möglich auszubauen. Das ist die Basis.

VON ZWECKEN UND MITTELN

Musiker wie wir sollten auch von der Musik-Industrie lernen. Beispielsweise wenn es um den visuellen Zugang zur Musik auf der Bühne geht. Die ‚Einstürzenden Neubauten‘ haben das schon immer getan.

lnterior: Die Methoden sind egal?

Greiner: Nein, aber es ist schwer zu entscheiden, was richtig ist. Ich versuche auf eine gesunde Art selbstkritisch zu bleiben.

lnterior: Von der Label-Philosophie zu einer konkreten Frage. Mit „Der Zertretene Mann Blues“ habt Ihr ein Gedicht von Ernst Jandl vertont. Kennt er das Stück?

Greiner: Ja, er war begeistert und freute sich sehr, daß wir es vertont haben. Wir sind Fans von Ernst Jandl. Er ist ein großer Mann.

GESAMTKUNST

lnterior: Eine weitere Episode in der Band-Geschichte oder ein Schritt in Richtung Gesamtkunstwerk?

Greiner: Es hat immer wieder am Rande damit zu tun. Unser Aktivitäten sind für mich persönlich ein wichtiger Teil meiner Entwicklung, genau wie für die Band. Bei jedem Versuch eine Idee zu realisieren, kommt ein neuer Horizont dazu – das ist ein guter Weg, sich zu entwickeln.

lnterior: Welche Rolle spielt für Euch die Spontaneität?

Greiner: Es gibt Momente, die klar strukturiert und konzipiert sind und es gibt Momente, in denen die Improvisation fester Bestandteil ist. Das ist beides wichtig für uns und wird sich wohl nicht ändern.

Tom Hulks 1992

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