Jazz, Disco-Beat und No-Wave-Noise

Weil diese Mischung aus Disco-Beat und No-Wave-Noise, punkigem Sprechgesang und Free-Jazz-Trompete, Experimental-Rock und Arabischem auf keinen Stilbegriff zu bringen ist, haben schon die Kritiker der ersten Platte (1986) die Band kurzweg zur Avantgarde erklärt.

Jazz etwa ist hier nur als fernes Echo vernehmbar, so im psychedelischen "Demain Matin" oder im freien Mittelteil von" Papa pinkelt". Denn obgleich Sänger/Bläser Volz solistisch im Vordergrund steht, dreht sich die Musik von The Blech um Strukturregie, Klangvorstellungen, konzipierte Elektronik - Dinge, die dem individualistisch orientierten Jazz nie wichtig waren.

Wo er auf Interpretation, Mitteilung und Linearität setzt, da unterstreichen die "Blech"-Texte das Rätselhafte, nicht Kommunizierbare, das Kompakte. War das nun deutsch oder türkisch, schlägt hier die Grammatik Purzelbäume oder sind die Sätze rückwärts gesungen oder wurde, als es wie eine Versöhnung von Arnold Schönberg und Nina Hagen klang, vielleicht nur undeutlich artikuliert?

Auch wenn diese Musik Rezeptionsgewohnheiten durchbrechen will, sperrt sie sich doch nicht der Eingängigkeit; das Ungelöste oszilliert traumatisch weiter durch Gehör und Gehirn.

H-J. Schaal

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